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Auktion um Funkfrequenzen bedroht Kulturwirtschaft und Gemeininteressen

Rundfunkproduktionen, Events in Kunst, Kultur und dem Kreativbereich sowie eine vielfältige Liveberichterstattung der Presse, z.B. bei Wahlen oder sportlichen Großereignissen, haben eines gemeinsam: Sie sind auf funktionierende drahtlose Produktionsmittel und freie Frequenzen angewiesen. Mit einem aktuell vorgelegten Konsultationsentwurf gefährdet die Bundesnetzagentur die Zukunft der Technik und ihrer Anwendungsfelder.

 

Vorgesehen ist eine Versteigerung unter anderem der Frequenzen 694-790 MHz an den Mobilfunk. Das Dokument stammt aus der Präsidentenkammer, ist bereits vom Beirat verabschiedet und befindet sich in Umsetzung. Zahlreiche Beschlüsse des Bundesrates gegen eine solche „Digitale Dividende 2“ werden ignoriert. Ebenso bleiben mehrfach vorgetragene Sachargumente der Nutzer und Hersteller drahtloser Produktionsmittel unberücksichtigt.

 

Sollte die Bundesnetzagentur die Frequenzversteigerung wie geplant umsetzen, sind die Folgen für drahtlose Produktionsmittel und alle gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Anwendungsbereiche nicht mehr absehbar.

 

„Besonders pikant ist beispielsweise unter anderem, dass die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands als Austragungsort für große Veranstaltungen wie Weltmeisterschaften und Olympische Spiele in Frage gestellt sein wird, wenn nicht mehr genügend Frequenzressourcen für die Austragung vorhanden sind“, so Matthias Fehr, Präsident des Berufsverbandes für professionelle drahtlose Produktionstechnologie (Association of Professional Wireless Production Technologies, kurz: APWPT).

 

„Die derzeitige Technik muss erneuert oder auf andere Frequenzbereiche umgerüstet werden. Für alle Anwender entstehen so wiederholt erhebliche Kosten. Im Rahmen der ersten Digitalen Dividende im Jahr 2010 waren bereits etwa 700.000 Systeme betroffen“, so Fehr weiter. „Für viele Theater und kleine kulturelle Einrichtungen ist der hohe finanzielle Aufwand nicht tragbar. Gehen sie dabei wirtschaftlich zugrunde, sind kulturelle Vielfalt und Teilhabe gefährdet.“

 

www.apwpt.org

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