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Lawo unterstützt Formel-1-Remote-TV-Production

Lawo unterstützt Formel-1-Remote-TV-Production

Für die TV-Übertragung der Formel 1 hat die Saison 2016 eine wesentliche Neuerung gebracht: Remote Production. Der Sender RTL, der seit 25 Jahren für Deutschland die Rennen ausstrahlt, führt die Produktionsregie im Sendezentrum von CBC in Köln durch, anstatt sie - wie bislang geschehen - als mobile Anlage auf der Strecke aufzubauen. Um die zur Verfügung stehende Bandbreite zu nutzen, wird dazu der Codec H.264 verwendet.

 

„Live-Grafiken wurden schon immer während der Übertragung aus Köln hinzugefügt - auf Ansage der Regie vor Ort“, erklärt CBC-Produktionsingenieur Fritz Behringer. „Seit Kurzem sind aber die infrastrukturellen Voraussetzungen gegeben, um mehr Teile einer Remote-Produktion umzusetzen. Die Locations können nunmehr ökonomisch per direktionalen Leitungsverbindungen redundant an CBC angebunden werden.“

 

Über ein MPLS-Netzwerk (Multiprotocol Label Switching), das die Formel-1-Strecke mit CBC in Köln verbindet, werden alle Livesignale für Audio und Video übertragen und stehen in der Regie in Köln zur Verfügung. Dazu kommen eine aus Köln ferngesteuerte Lawo Nova17-Routing- und DSP-Engine sowie ein Remote Lawo IFB-Mixer zusammen mit einem Riedel Intercom-System zum Einsatz.

 

Parallel zu den Video/Audio-Streams laufen Filetransfers für die Postproduktion ebenfalls über das MPLS-Netzwerk. Zur Produktion der begleitenden Berichterstattung und der Live-Rennen stehen eine Touchscreen-Fernbedienungseinheit für den IFB-Mixer sowie ein Lawo mc²-Audiomischpult in der CBC-Produktionsregie zur Verfügung. „On location“ unterstützt ein Video-Server mit Replay-Wiedergabemöglichkeit die Produktion.

 

„Hauptaufgabe war es, eine angemessene Leitungsanbindung zu schaffen, um alle relevanten Live-Signale inklusive ENG-Filmmaterial nach Köln zu übermitteln“, so Fritz Behringer. „Die zweite große Herausforderung war die Bewältigung von Signalverzögerungen, verursacht durch Distanzen und Codec-Latenzen.“ Um zu prüfen, ob das Konzept für Remote Production funktioniert, veranstaltete RTL in einem ersten Schritt eine Testübertragung unter realen Bedingungen, bei der alle Signale einmal um den Globus geschickt und sämtliche Abläufe mit allen Beteiligten durchgespielt wurden.

 

Es galt sicherzustellen, dass trotz der räumlichen Distanzen die Interaktion zwischen Regie und Kameras sowie zwischen den Protagonisten untereinander verzögerungsfrei funktioniert. Zwei Monate vor dem ersten Rennen wurde dann das Equipment in der Kölner Wige-Zentrale, dem produktionstechnischen „Vor Ort“-Partner von RTL und CBC, aufgebaut. Diese Generalprobe umfasste auch die Glasfaserverbindung zu den Regien bei CBC.

 

Ein wesentlicher Baustein war das Setup des Remote-Production Low-Latency IFB-Mixers, aufgesetzt auf einen Nova17-Router und bedient über zwei VisTool-Panels - einer vor Ort für Aufbau und Tests und ein zweiter für den Toningenieur in Köln für EQ, Dynamics, Dimming und weiteres Processing. Für den Fall, dass das MPLS-Netzwerk ausfallen sollte, bietet das VisTool Zugriff auf Touch-Fader für das Abmischen im Notfall.

 

Im Normalfall wird die Nova17 über ein mc²90-Mischpult in der Tonregie in Köln ferngesteuert, wobei virtuelle GPIs über das Netzwerk an die Rennstrecke geschickt werden. Das Setup bietet eine Low-Latency-Tonmischung für Moderator, Reporter und Interviewpartner in der Boxengasse oder dem Fahrerlager plus zwei Kommentatoren.

 

Ein VSM-System (Virtual Studio Manager) vor Ort steuert das gesamte Routing der lokalen SDI-Router, die Nova17 sowie die Lawo V-Pro8, die für Video- und Audio-Processing eingesetzt wird. Der neue Produktionsbetrieb ging mit dem ersten Rennen der Saison auf der Albert-Park-Rennstrecke in Melbourne live auf Sendung.

 

www.lawo.com

 

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